Montag, 18. März 2019

Die Spontane 2019/1


Das erste Aufkommen der Realismus Avantgarde in München

Nach der 3. hART KARLSRUHE fand sich eine Splittergruppe in der Galerie U 108 in München ein, um überaus spontan mit den von Karlsruhe mitgeführten Werken und dem was sich an einem Tag noch auf die schnelle fand oder machen ließ eine Ausstellung zu schaffen.

Die Spontane 2019/1 in der Galerie U 108, München, Schwabing


Die erste öffentliche Ausstellung in der Produzentengalerie U 108, in der Ungererstraße 108 lud in brutalem Ambiente zur neuen Avantgarde der Kunstschaffenden des frühen 21. Jahrhunderts. Postmortale Gedankenspiele, Kunstmarkt Realismen und Getriebenheiten gegenüber der knallharten Wirklichkeit in der Kunstwelt gaben das Programm.

Auf den begriff der "Realismus Avantgarde" ließen sich alle Beteiligten einigen. Als Schirm für alle Geistesbewegungen und Konzepte, Stilrichtungen und Überlebensstrategien.
Zu sehen gab es Arbeiten von Inkyu Park, Lorenz Bögle, Peer Gessing, Stephan Hörnig, Stefan Wäldele und Tornike Abuladze.


Stephan Hörnig - Goldjunge
Stefan Wäldele - Ohne Titel
Tornike Abuladze - Ohne Titel



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Montag, 4. März 2019

Über "Kunst direkt vom Erzeuger" und die "hArt Karlsruhe"


Über "Kunst direkt vom Erzeuger" und die "hArt Karlsruhe"

Ein angehendes Blog-Archiv

Art Karlsruhe Web-Hack 2019 - Die Frage der Künstlerischen Freiheit





















Die Kunst und ihre Wertigkeit, oder was von diesen Begrifflichkeiten noch übrig ist, stellt sich jedes Jahr auf's Neue - im Raum Baden - bei der Art Karlsruhe in den Weg der neuen Generation Kunstschaffender.

Die "Kunst direkt vom Erzeuger" Aktion begann 2016 mit einem im Discount erworbenen 4x8 Meter Pavillon gegenüber der Messehallen der Art Karlsruhe um Eintritts-los akademisch-abgesegnete Kunstwerke aller Art zu schmerzhaft günstigen Preisen anzubieten. Eine Hommage an Gustave Courbet's Pavillon du Réalisme und ebenso ein Experiment zur Analyse des Marktverhaltens dieser Radikalität gegenüber.

Pavillon Art Karlsruhe 2016

Allerdings unterbrach das Schicksal am zweiten Tag in Form einer Windböe das ganze Unterfangen und schleuderte das Zelt zwei mal in der Luft drehend in eine umzäunte Sickergrube des Messegeländes. Im darauf folgenden Jahr entschloss ich mich zu einer etwas einfacheren Variante, ein Straßenstand mit Schild und Holzkisten. An der selben Stelle harrte ich im Karlsruher Februar-Wetter 2 Tage aus, selbe Qualität, selbe schmerzhafte Preislage und hatte bei aller Originalität und Enthusiasmus der Messe Besucher satte 16 Gäste und 7 Verkaufte Werke - somit bildete sich ein Realismus auf den reagiert werden musste, denn der Bauer der nicht frisst was er nicht kennt, war in diesem Falle nicht der Erzeuger. Woher die Ignoranz? Der Beweis für die Macht des Namens und dessen Unbekanntheitsgrad? und die Belanglosigkeit der Qualität? die Übersättigung des Marktes an seinen Künstlern und Künstlerinnen?

Kunst direkt vom Erzeuger 2017

>Der Künstler in der Kühle. Eingemummt, an einem Zaun vor dem Parkplatz. Nebenbei, wie belanglos, die wohlgefüllten Wühlkisten. Voll mit seinen Blättern. Lose, gerollt, gerahmt, verwaist. „Kunst direkt vom Erzeuger“, existenzialistisches Gegenmodell zur Art Karlsruhe von Lorenz Bögle, karikiert das Bewusstsein für die Rolle des Künstlers und seines Werks inmitten eines von Egozentrik, Gier und Quantität getriebenen Gesellschaftskonstrukts. Das Import-Export-Kunst Genre erscheint als pointiert filigranes Wechselspiel zwischen den Welten, ein vielschattiertes Übergrenzen vom Herein und Heraus und Hinüber. Ein Verschwimmen von Konturen, Essenzen und Klarheiten. Lorenz Bögle spielt geschickt mit den Bewusstheiten und Selbstverständlichkeiten, die den kleinen Alltag ausmachen, der sonst gerne übersehen, weggeredet oder vergessen wird. Import-Export ist Dialog aus Entzweien und Vereinen. Aber auch das physische Transportieren des Abbilds von den Menschen zu ihnen. Im Wortsinn.<
Klaus Oberrauner, Kulturjournalist, 2018, Wien



























Aus der Kunst direkt vom Erzeuger Initiative entsprang die "hArt Karlsruhe" Initiative

Bei einem Bier in der Poly-Produzentengalerie Karlsruhe traf ich mit dem Namensgeber der hArt Karlsruhe Freddy Witz zusammen, der einem Art Karlsruhe Flyer von 2017 das "h" vorsetzte und somit während seiner Ausstellung die erste hArt Karlsruhe initiierte.
2018 fand dann die zweite hArt Karlsruhe statt, im Atelier von Freddy Witz (als Kurator) und Maximilian Martinez und der engagierten Hilfe von Stephan Hörnig. Im Hinterhof eines Häuserblocks ohne fließend Wasser und ohne Heizung. Der Gedanke wurde größer und fand bei nun 8 Künstlern Anhang. Das Art Karlsruhe Logo wurde Radikal verwendet um die Ernsthaftigkeit hinter der Sache zu verdeutlichen. Die Laufzeit war ebenso Parallel zur Art Karlsruhe.

Eine Underground Boheme die wieder etwas wagte. Unter dem Begriff "Neue Realismus Avantgarde" stellte sich die erste Ausstellung zusammen.
Kritiken am Marktgeschehen, das Thema Steuerpolitik in der Kunst, der Mythos des Seelenhandels und der Umgang mit der Bedürftigkeit der Künstler waren Schwerpunkte.
Zukunftsängste sind die stillen Wegbegleiter der Kunststudierenden, diese haben natürlich auf einer rein ästhetisierenden und verkaufsorientierten Kunstmesse wie der Art Karlsruhe keinen Raum, auf der "hArt" aber eben schon.

Zu den Künstlern der ersten hArt Karlsruhe gehörten damals; Maximilian Martinez, Stephan Hörnig, Freddy Witz, Yongkuk Ko, Lorenz Bögle, Marvin Pasch, Istihar Kalach und Fabian Hub.










Die hArt Karlsruhe 2019

Zum Februar 2019 fanden sich dieses mal rund 35 Künstler ein unter der Leitung von Olga Richter, Maximilian Martinez, Lorenz Bögle, Stephan Hörnig und Freddy Witz. Ort der Veranstaltung wurde die Villa Kolb in der Gellertstraße 14.
Das Etablissement hatte gewechselt, in die Gefilde der Bourgeoisie.

Flyer zweite Auflage
Künstler der dritten hArt

Den Flyer für die hArt Karlsruhe 2019 der ersten Auflage mussten wir aus Urheberrechtlichen Gründen aus dem Internet entfernen, da dieser noch frecher als der letzte war.


INKA-Stadtmagazin, Artikel zur hART KARLSRUHE 2019 mit umstrittenem Flyer

Es gab Performances, Skulpturen, Malerei, Grafik, Zeichnung, Installationen und Musik. Ein Spielplatz der Künste - ohne beträchtliche Kollateralschäden.

















Die Organisation der hArt Karlsruhe 2019 ist Teil des Konzeptes. Zur Leitung der documenta 15 hat man kürzlich eine indonesische Künstlergemeinschaft berufen. Die Zeit der großen Kuratoren, die nicht selbst Künstler sind, hat einen Kratzer bekommen. Wenn Künstlerinnen und Künstler die Sache der Organisation selbst in die Hand nehmen, läuft die Auswahl von Künstlern und Werken prozessartig, die Absprachen sind offener und das hat zur Folge, dass sich das Ergebnis erst vor Ort ergibt. Eine Gruppe aus Künstlern hat die Organisation der hArt übernommen und die Räume in der Gellertstraße 14 in Karlsruhe möglich gemacht. Die Vernissage mit Performances und Musik sollte Spaß machen. Die Hängung der Werke erfolgte unter Mitwirkung der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler. Der Weg war auch hier geprägt von einer offenen Prozesshaftigkeit. Kuratoren und Museumleiter haben in den letzten Jahrzehnten an Macht gewonnen und gleichzeitig eingebüßt, denn die Ankaufetats der Museen sind geschrumpft. Neben den großen Ausstellungen mit dicken Katalogen wird der Einfluss der Sammler und der Auktionshäuser immer wichtiger für den kommerziellen Erfolg von Künstlerkarrieren. Außerdem können immer weniger Künstlerinnen und Künstler vom Verkauf ihrer Werke leben. Kunst sucht daher den Weg hin zum Menschen, sucht den Schutz von Gemeinschaften und lebt stellenweise von einer idealisierten Hoffnung „entdeckt zu werden“. Die hArt könnte sich als Instanz in Karlsruhe als Künstlerbewegung etablieren, vielleicht sogar an anderen Orten weitergeführt werden. Entscheidend könnte es sein, ob ein Angebot von der Art Karlsruhe auf der Messe einen Stand zu bekommen abgelehnt oder angenommen werden würde. Die Pflanze einer demokratischen Ausstellungskultur ist empfindlich. Die Macherinnen und Macher sollten sich weiterhin versuchen zurückzunehmen und sich als Teil eines Ganzen zu verstehen. Der nächste Schritt wird die Dokumentation der hArt sein. Ich würde mir eine konsequent digitale Umsetzung wünschen, die dauerhaft fortentwickelt wird. Museen bemühen sich um die Digitalisierung ihrer Archive mit viel Aufwand und Kosten. Wieso also nicht gleich mit aller Konsequenz auf Dialog und Transparenz setzen mit Homepages, Blogs und den sozialen Medien. 
Peer Gessing, Baden-Baden, 2019

Pressetexte:

https://www.inka-magazin.de/kunst-design/hart-2019.html




Angehendes Blog-Archiv, Lorenz Bögle, 2019                  - work in progress -